Vorwort zu Recht im Rettungsdienst

Nicht viele Berufsgruppen geraten in der alltäglichen Ausübung derart häufig mit rechtlichen Fragen in Berührung, wie die der medizinischen Berufe. Dabei nimmt der Rettungsdienst noch eine gesonderte Stellung ein. Während in der therapeutischen Medizin und in der Krankenpflege regelmäßig ruhigere Arbeitsbedingungen und vertragliche Haftungserleichterungen das rechtliche Damoklesschwert an ein Drahtseil hängen, ist der Notfallmediziner oft gefordert, Entscheidungen von äußerster Dringlichkeit ohne langes Überlegen zu treffen.

Es sind nicht nur die Arbeitsbedingungen, die es erschweren, einen kühlen Kopf zu bewahren. Vielmehr ist dem Handelnden immer wieder auch die Relevanz seines Tätigwerdens bzw. Nichttätigwerdens von vornherein kaum bewusst.

Ziel der Seite "Recht im Rettungsdienst" ist es keineswegs, einen einheitlichen Kodex sämtlicher rechtlicher Aspekte der Arbeit im Rettungsdienst zu erstellen, der eine individuelle anwaltliche Beratung ersetzen kann. Die Arbeit selbst ist dafür zu vielseitig, die denkbaren Probleme bisweilen zu komplex. Kurzum: eine Seite, die sich mit Recht im Rettungsdienst auseinandersetzt, kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.

In seiner mehrjährigen Tätigkeit als Dozent hat der Verfasser jedoch festgestellt, dass auf vielen Rettungswachen Großteile der Belegschaft die rechtlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen ihrer Arbeit nicht kennen. Aus diesem Grund hat er einen Rechtsratgeber in Skriptform (ebenfalls mit dem Titel "Recht im Rettungsdienst") verfasst. Dieser erfreute sich schnell einiger Beliebtheit unter den ihm bekannten Mitarbeitern im Rettungsdienst. Da er keinerlei kommerzielle Interessen verfolgt, beschloss er, den Inhalt des Skriptes nicht nur einer ausgesuchten Gruppe, sondern allen Interessierten zur Verfügung zu stellen. Dies war die Geburtstunde der Internetseite Recht im Rettungsdienst.  

In den nachfolgenden Darstellungen geht es allein darum, den juristischen Laien für etwaige Probleme seines Handelns empfindlicher zu machen, umgekehrt aber auch denen, die es gut meinen, die Angst davor zu nehmen, etwas falsch zu machen, um so orientiert und unbesorgt arbeiten zu können.