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Rettungsdienst und niedergelassener Arzt


Häufig stellt sich dem ohne Notarzt an der Einsatzstelle eintreffenden Rettungspersonal die Frage, inwieweit niedergelassenen Ärzten Kompetenzen zustehen.

Grundsätzlich gilt: ein niedergelassener Arzt hat das gleiche Weisungsrecht wie ein Notarzt.

Selbst wenn keine ausdrückliche gesetzliche Regelung besteht, ist es unerheblich, ob die Weisung von einem Notarzt, einem niedergelassenen Arzt oder einem Arzt des kassenärztlichen Notfalldienstes erteilt wird.

Allerdings gibt es eine bedeutsame Einschränkung: die Verantwortung für den Patienten geht mit Beginn des Transportes vollständig auf das Rettungspersonal über, wenn der weisende Arzt diesen nicht begleitet und sich der Zustand des Patienten während der Fahrt verändert. Dann kann unter Umständen die Nachalarmierung eines Notarztes erforderlich sein.

Sieht sich das Personal von vornherein außerstande, die Verantwortung für den Patienten zu übernehmen, muss es den einweisenden Arzt bitten, den Transport zu begleiten und dabei die eigene Verantwortung aufrechtzuerhalten. Ist dieser dazu nicht bereit, kann und muss ein anderer Arzt (der Notarzt) für die Begleitung herbeigerufen werden.

Zwischen dem Notarzt und dem niedergelassenen Arzt gilt der Grundsatz kollegialen Verhaltens.

Dieser besagt nicht zuletzt, dass der Notarzt dafür zu sorgen hat, dass das nichtärztliche Personal abqualifizierende Äußerungen über den niedergelassenen Arzt unterlässt, unabhängig davon, wie sehr dieser zuvor seine mangelnde Erfahrung im Bereich des Rettungsdienstes preisgegeben hat.

Die Delegation von Maßnahmen auf den Rettungsdienst ist auch durch einen niedergelassenen Arzt zulässig.