Delegation von notärztlichen Aufgaben


Für die Diagnose und sämtliche Behandlungsentscheidungen ist der Notarzt allein zuständig. Aus den Ausbildungszielen gem. § 4 Abs.2 Zf.2 NotSanG geht aber hervor, dass der Notfallsanitäter in der Lage sein muss, dem Notarzt hinreichend zu assistieren bzw. ärztlich veranlasste Maßnahmen durchzuführen. Dieser Befähigung bedürfte es nicht, wenn die Durchführung dieser Tätigkeiten unzulässig wäre.

Für die Übertragung (Delegation) ärztlicher Maßnahmen bestehen Voraussetzungen:


Der delegierende Arzt darf darauf vertrauen, dass das Personal über entsprechende Fachkenntnisse verfügt, wenn sich nicht aus dem Verhalten des Personals etwas anderes ergibt.

Für ihn besteht jedoch eine Pflicht zu stichpunktartiger Kontrolle der Maßnahme.

Zudem trägt er nicht nur die Anordnungsverantwortlichkeit (das „Ob“ der Maßnahme), sondern auch die Durchführungsverantwortung (das „Wie“). Eine falsche Durchführung geht also gegebenenfalls zu seinen Lasten.

Eine Delegation via Kamera ist in Deutschland (bislang) nicht zulässig. Die Delegation über Telefon wird es wohl auch nicht werden, zumal bei bloßer Beschreibung des Geschehens durch den Rettungsassistenten zu viele Unsicherheitsfaktoren bestünden.